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Spuren der Vergangenheit: Barbour rockt! Ein Interview mit Jens Bakker

Die Traditionsmarke hat erkannt, dass junge Urban-Hunter sich in ihrem Revier nicht tarnen möchten, ganz im Gegenteil, ihre Trophäe ist die Aufmerksamkeit und Resonanz die ihrem Stil entgegengebracht wird. Der Gegenentwurf zum Farb-Spektakel ist der Vintage-Look. Die beliebte Patina, die eine Barbour Beaufort erst nach mehrjährigem Tragen erhält, ist zum Beispiel bei dem Vintage-Cape oder dem Duralinen Force Parka direkt mit eingearbeitet. Preppy-Look, Vintage-Style oder Glamour-Collection, das alles hört sich für den traditionellen Barbour Fan erst einmal gewöhnungsbedürftig an, dabei schöpft Barbour einfach nur weiter aus der knapp 120jährigen Unternehmens-Geschichte. Und Tradition kann manchmal ganz schön rocken!

Herr Bakker, wie würden Sie das Lebensgefühl beschreiben, welches die Marke Barbour vermittelt?

Unsere Marke steht in erster Linie für den britischen Lifestyle und die britische Countryside. Zudem wird Barbour immer wieder mit Attributen wie Langlebigkeit, Stilbewusstsein, Beständigkeit, Authentizität und Tradition assoziiert.

Jens Bakker Geschäftsführer Barbour (Europe) Limited, Photo by Barbour

Wenn Sie die Entwicklung der letzten Jahre rückblickend betrachten, wie hat sich der Stellenwert von Barbour, gerade bei jüngeren Käufern zum Positiven verändert?

Barbour-Produkte werden in letzter Zeit immer häufiger von jüngeren Käufern entdeckt bzw. wiederentdeckt. Besonders im Mutterland Großbritannien hat unser Label in den vergangenen zwei, drei Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Neben den loyalen Barbour-Kunden kommen immer häufiger auch jüngere Käufer in unsere Stores. Nicht selten hören wir Geschichten von jungen Leuten, die ihren Eltern die 20 Jahre alte Barbour-Wachsjacke aus dem Kleiderschrank stibitzen. Einer solchen Jacke sieht man ihre Geschichte an, sie ist immer modern, authentisch und damit „cool“.

Alexa Chung Photo by Snapfashion

Und wenn dann noch ein It Girl wie Alexa Chung auf Glastonbury Festival in der Beaufort, Noel Gallagher von Oasis in der International Jacket oder noch weitergehend, Kate und William im kompletten Babour Look beim Strand spazieren gehend gesichtet werden, dann sind das doch bestimmt Faktoren die eine positive Resonanz hervorrufen?

Natürlich haben Persönlichkeiten, die häufig in der Presse erscheinen, einen gewissen Einfluss auf den Kunden und vor allem auf den jüngeren Käufer. Als diverse Sänger bzw. Bands auf dem Glastonbury Festival vor fünf, sechs Jahren in Barbour-Jacken auftraten, hatte das schon einen gewissen Einfluss auf die Marke – ohne dass wir das in irgendeiner Form forciert haben.

 

Die aktuelle Sommerkollektion besticht durch knallige Farben und einer großen Frische oder durch einen sehr schönen Vintage Style, wie zum Beispiel das Vintage Cape, wovon ist diese Kollektion beeinflusst?

Unsere wichtigste Inspirationsquelle ist und wird immer unser eigenes Archiv sein. Seit 1894 stellen wir Bekleidung her – anfangs für Seeleute und Hafenarbeiter, für Motorradfahrer und das britische Militär, später für Menschen, die berufs- oder freizeitbedingt robuste Outdoor-Bekleidung tragen. Jede Kollektion weist „Spuren“ aus unserer Vergangenheit auf – sei es durch Details wie die Sturmklappe am Kragen, die geräumigen Fronttaschen, das Patch für den Anglerhaken oder das robuste, wetterfeste Material. Gewachste Baumwolle kommt nach wie vor zum Einsatz – inzwischen auch vorgewaschen wie bei dem Vintage Cape. Natürlich gibt auch die jeweilige Saison der Kollektion Impulse – sei es bei den Farben oder bei den Materialien. Zum Frühjahr/Sommer haben wir eine breite Palette an frischen Farben im Programm und setzen eher leichte Materialien ein.

Barbour Vintage Cape, 2012, Photo by Barbour

Die Marke Barbour ist Hoflieferant des britischen Königshauses und ganz klar, international zu einem Kultlabel avanciert, wie wichtig ist es dabei der Tradition und der unvergleichlichen Qualität treu zu bleiben? 

Tradition und Qualität spielen für uns als Unternehmen mit langer Historie eine sehr wichtige Rolle. Wir haben unsere Kollektionen weiterentwickelt, dabei jedoch nicht unsere Wurzeln aus dem Auge verloren. Vieles nimmt Bezug auf die Vergangenheit, also unser Erbe bzw. „Heritage“. Sämtliche Neuentwicklungen müssen unseren Qualitätsstandards genügen, egal ob es sich dabei um ein Accessoire oder eine Jacke handelt. Nur so können wir unserem Ruf als Label, das für Qualität und Langlebigkeit steht, gerecht werden.

Was glauben Sie warum der British Style so beliebt in Deutschland ist?

Ich denke, die Deutschen haben generell eine hohe Affinität zu Großbritannien. Der britische Stil stellt eine hervorragende Mischung aus scheinbar gegensätzlichen Attributen dar: kultiviert und dennoch „cool“, traditionell und gleichzeitig innovativ und originell. Aus Großbritannien kamen in den vergangenen Jahrzehnten einige der wichtigsten Modeströmungen, die sich europaweit durchsetzten.

Barbour International Jacket Woman, 2012, Photo by Barbour

Eine letzte Frage, haben Sie persönlich einen Favourite aus der klassischen Barbour Kollektion und wenn ja warum?

Mein „All Time Favourite“ ist das Barbour International Jacket. Die Biker-Jacke haben wir mittlerweile seit 76 Jahren in nahezu unveränderter Form in der Kollektion, und sie ist noch immer topaktuell.

Barbour International Jacket, 2012, Photo by Barbour

http://www.soer.de/BARBOURSHOP/

http://www.barbour.com/de


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