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INTERVIEW TEIL 2: KURATOR PHILIPP BOLLMANN...


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22 Jahre durch Dick und Dünn; Bekenntnis eines Modebloggers

Wann und wie ich auf die Marke Barbour gestoßen bin, kann ich nicht mehr genau nachvollziehen. Ich weiß allerdings, dass ich vor genau 22 Jahren den damaligen Barbour-Katalog in Händen hielt und wie gebannt auf den charismatischen Herrn mit dem grauen Vollbart und vor allem dessen Jacke starrte: Wassertropfen auf gewachstem Tuch mit einer Patina, die ich so noch nie gesehen hatte. Das englische Landleben schien zum Greifen nah. Genau so wollte ich leben.Für mich stand fest: Solch eine Jacke öffnet Dir die Tür in diese Welt. Keine 2 Wochen später kaufte ich beim Herrenausstatter meines Vertrauens eine Barbour Beaufort in grün, nachdem ich mich durch die zahlreichen Modelle gekämpft und eine Entscheidung getroffen hatte. Einen Webpelz und eine Kapuze kaufte ich noch dazu.                                                                                                

Meine Beaufort und ich haben in diesen 22 Jahren Einiges durchgemacht. Wir besuchten London, und meine Jacke durfte sich über echten, englischen Regen freuen. Wir brachten Pferde auf die Weide, misteten Ställe aus, gingen mit Hunden Gassi, widerstanden Stacheldrahtzäunen, Hecken und Schlamm. Ich nutzte meine Beaufort als Picknickdecke, verstaute Möhren, Hundeleckerli und so manche Zeitung in ihr. Bei Spaziergängen an Rhein, Ruhr und am Tegernsee war sie meine ständige Begleiterin. Nässe und Kälte konnten uns nicht anhaben, dank regelmäßigen Nachwachsens, was ich mit eigener Hand erledigte.

 

Mit der Zeit zeigten sich immer mehr Verschleißerscheinungen: Risse und Löcher in Futter und Oberstoff. Ein schwergängiger Reißverschluss und viele Stellen ohne Wachsschicht. Aber dafür hat die Jacke eine unfassbare Patina, die nur durch die lange Nutzungszeit entstand und nicht zu kaufen ist. Zwar spiele ich hin und wieder mit dem Gedanken, mir ein neues Modell zuzulegen. Jedoch halten mich das neue Tartan-Muster und die Tatsache, dass der Markenname nun sehr indiskret auf der Flappe der linken Ballontasche aufgestickt ist, bislang davon ab. Ich werde mich wohl nie von meiner Beaufort trennen. Zu viele Erinnerungen stecken in diesem Gewebe, das 1894 von John Barbour erfunden wurde. Ob ich wohl jemals solch eine charismatische Erscheinung wie der Herr auf dem 1990er Cover werde, weiß ich nicht. Aber ich bin auf einem guten Weg.

Die richtige Jacke habe ich jedenfalls schon.

M. Koenigs (Inner City Style)


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